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Die Führungskraft als Meisterwerker, um sich vom Tal der Tränen zu verabschieden


Besonders in Zeiten wie wir sie aktuell vorfinden befinden sich Menschen, zu Recht und nachvollziehbar, im Tal der Tränen. In der Wirtschaft stehen aktuell zig tausende Jobs und damit Existenzen auf dem Spiel und wir befinden uns, wie vor kurzem als das neuartige Virus COVID 19 in unserem Alltag eintrat, vor einer Perspektivlosigkeit. Wie wird es weitergehen? Bis wann wird sich das Wirtschaftliche entspannen? Was bedeutet das für mich als Individuum und für meine sozialen Systeme (Familie, Freunde, Mitarbeiter, Kollegen,...)?


Es mag an dieser Stelle einfach klingen zu betonen, dass nach jedem Tag der Tränen es wieder bergauf geht und natürlich wäre uns allen am liebsten heute zu wissen, was morgen passiert. Diese Gabe in die Glaskugel zu schauen besitzen wir leider nicht und wer weiß wofür dies auch gut ist. Denn von Plänen abzuweichen ist manchmal genauso schmerzhaft, wie Pläne nicht zu kennen.


Ich möchte mit dem Modell von Prof. Dr. Brohm-Brady, die Meisterwerker, die Bedeutung von zukunftsorientierter Führung hervorheben und stärken. Personalabbau ist eine Maßnahme, die sehr häufig als erste Maßnahme auf der Aktionsliste steht. Doch da es hier um Existenzen und Individuen geht stellt sich die Frage welche „strukturellen Maßnahmen“ sind alternativ wirksam, wenn nicht langfristig wirksamer? Personalabbau gilt meistens als kurzfristige Maßnahme, ohne tatsächliche Ursachenbehebung der Gründe für die wirtschaftliche Schieflage. Bedauerlicherweise ist der Zustand in viele Unternehmen aktuell so, dass ein Personalabbau notwendig ist, um mittelfristig Unternehmen absichern zu können, doch die grundsätzliche Frage lautet:

Wie konnte sich dieser Zustand überhaupt entwickeln?


Wie konnte überhaupt zu viel Personal an Board sein, wenn die Strukturen ordentlich vorhanden und getracked werden würden? Wo bleibt ein gesundes Level an Empathie für die „zukünftige Belegschaft im Unternehmen“? Menschen Hoffnung zu machen und dann den Boden unter den Füßen zu entreißen, um kurzfristige Ergebnisziele noch zu erreichen, ist dies die Art und Weise wie Führung im 21. Jahrhundert nach wie vor funktioniert? Von meiner Seite gibt es hier ein klares Nein, denn Führung hat als wesentlichen Bestandteil auch Verantwortung. Verantwortung dafür, dass das tagtägliche Handeln sinnvoll und wirkungsvoll ist.

Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Schieflage gilt es mehr denn je sich von der Vergangenheitsorientierung zu verabschieden, was mich zum Modell der Meisterwerker führt.


Motiv - Verhalten - Ziele als grundlegende Ausrichtung von Menschen die Basis in diesem Modell. Um ein Ziel (Z) zu erreichen ist immer die Frage nach dem Wie (Verhalten). Dieses „Wie“ wird gerade in der Wirtschaft mit der kurzfristigen Maßnahme Personalabbau beantwortet. Im Modell der Meisterwerker gibt es fünf unterschiedliche Typen: Der Sensible, der Vielbegeisterte, der Eiserne, der Genügsame und die Meisterwerker. Diese Persönlichkeitstypen haben unterschiedliches Motive, um Ziele zu erreichen, wodurch sich ein vielfältiges Verhalten ergibt.


Was sind Meisterwerker? Meisterwerker sind diejenigen, die den Abschwung und das Tal der Tränen durchstehen. Ein Großteil von Führungskräften bleibt im Tal der Tränen stecken, sie sind sensibel und haben keine Pläne, wie sie sich oder ihre Mitarbeiter aus der "Misere" retten und geben nach kurzer Zeit auf. Die vielbegeisterten Führungskräfte werden rasch das "sinkende Schiff" verlassen und sich nach neuen Führungsmöglichkeiten umsehen. Die eisernen Führungskräfte starten zahlreiche Initiativen und haben nach kurzer Zeit den Überblick verloren und sich so verausgabt, dass ihre Ressourcen am Ende sind und somit auch ihr Durchhaltevermögen das Plateau zu überstehen. Genügsame Führungskräfte gibt es ebenfalls wie Sand am Meer. Dies sind jene Personen die die aktuellen Geschehnisse aussitzen und in ihrer Vergangenheit weiterleben gemäß dem Motto: "Bisher ist alles gut geworden", ohne sich an gemeinsamen Verbesserungen zu beteiligen.


Meisterwerker halten das Plateau aus und schaffen hinterher mit vernünftigen Energieaufwand den Aufschwung. Als Herleitung zu „vernünftigen Energieaufwand“ zählt ebenfalls, Mitarbeiter auf eine Art und Weise zu führen, sodass diese noch Leistungsfähig sind und deren Leistungsmotivation nicht gänzlich durch Unsicherheiten und Perspektivlosigkeit zerstört wird. Ausblicke zu geben welche Ziele zu erreichen sind und vor allem „wie“ diese Ziele erreicht werden können. Welche Überlegungen bei strukturellen als auch organisatorischen Veränderungen und welche Ergebnisse durch diese Maßnahmen zu erwarten sind.

Unumstritten haben Führungskräfte aktuell „Mammutaufgaben“ vor sich, dem Spagat zwischen Unternehmenszielen und individuellen persönlichen Zielen gerecht zu werden. Man merke nach dem Abschwung, kommt das Tal der Tränen, aus dem Tal der Tränen heraus führt der Weg in die Plateauphase, die es auszuhalten gilt und danach geht es mit dem Aufschwung weiter. Diesen Zyklus gibt es in vielen Lebensbereichen, die Kunst ist es nicht im Tal der Tränen zu versinken, sondern die Perspektive des Aufschwungs zu geben und sich das „Wie“ genau zu überlegen und danach zu handeln.

Bevor die Reise in die Zukunft angetreten wird gilt es sich sein eigenes Bewusstsein als Führungskraft zu schärfen, denn der Zyklus im Tal der Tränen wird wesentlich länger und das Durchhaltevermögen am Plateau anspruchsvoller.

Gestern, heute, morgen ist es wichtiger denn je zu "Begeistern, bewegen und zu bewirken" und zwar in einer Art und Weise, dass die harten Einschnitte die kommen werden, etwas sanfter werden und sich zukünftig nicht mehr wiederholen.





Der Weg als Führungskraft hin zum Meisterwerker ist langwierig und sicherlich kein leichter, doch gelingt es in diesen Zeiten mit besonders schwierigen Rahmenbedingungen einen erfolgreichen Job für sich selbst und vor allem für den Großteil der Mitarbeiter zu machen, der kann sich als Führungskraft für morgen erfolgreich positionieren.



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